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Process Patterns
Ein Process Pattern repräsentiert einen erprobten (Muster-)Prozess, der ein häufig auftretendes Problem löst. Das Problem verkörpert eine konkrete Situation, die während der Softwareentwicklung eintreten kann. Der Prozess beschreibt eine Menge von Aktivitäten, die zur Lösung des Problems ausgeführt werden können. Process Patterns bieten folgende Vorteile:
  • Dokumentation erprobten Wissens

  • Basis für Kommunikation

  • Abstraktion von Details

  • Flexible Prozessunterstützung

Obwohl, wie oben erläutert, das Konzept der Process Patterns sehr vielversprechend ist, ist es noch keineswegs ausgereift. Bisherige Arbeiten beschäftigen sich eher mit der Identifikation neuer Process Patterns statt mit der geeigneten Beschreibung. Dadurch ergeben sich einige Nachteile:
  • Process Patterns werden nicht einheitlich beschrieben

  • Mangelnde Beschreibung der Process Pattern-Relationen

  • Process Patterns werden nicht präzise genug beschrieben

Aus den vorgenannten Gründen haben wir die Sprache PROPEL (Process Pattern Description Language) zur Beschreibung von Process Patterns entwickelt. Diese Sprache basiert auf der Unified Modeling Language (UML). Hierdurch sollen möglichst viele bewährte und verbreitete Modellierungskonzepte der „Lingua Franca“ des Software Engineering wiederverwendet werden. Die UML besitzt bereits Konzepte zur Modellierung von Prozessen mit Hilfe von Aktivitätsdiagrammen, die wir uns für die Modellierung des Prozesselements eines Process Patterns zunutze machen. PROPEL propagiert ein einheitliches Beschreibungsschema für Process Patterns und definiert Relationen zwischen Process Patterns. PROPEL erlaubt hiermit die semiformale Beschreibung (u.a. durch OCL-Constraints) von Process Patterns und deren Relationen.

Gegenwärtige Forschungsaktivitäten
  • Formalisierung der Semantik: Zur Zeit arbeiten wir an der Formalisierung der Semantik von PROPEL, um die Ausdrucksgenauigkeit zu erhöhen. Hierzu bilden wir die abstrakte Synatx von PROPEL auf die Semantik von Petri-Netzen ab.

  • Process Pattern Workbench: Für eine weitere verbesserte Handhabbarkeit von Process Patterns arbeiten wir z.Zt. an der Process Pattern Workbench, einer elektronischen Plattform zur Dokumentation und Verwaltung von Process Patterns. Die derzeitigen Arbeiten an der Process Pattern Workbench haben zum Ziel, die Anwendung von Process Patterns aufzuzeichnen, um Projektmitarbeitern Auskunft über die anzuwendenden Prozesse zu geben, aber auch um statistisch auszuwerten, welche Abfolgen von Process Patterns häufiger angewendet werden als andere (sog. Process Pattern Sequenzen).

  • Process Pattern Management: Ferner steht noch die Entwicklung der Methodik des Process Pattern Managements aus, mit deren Hilfe Process Patterns systematisch identifiziert, dokumentiert, ausgewählt und eingesetzt werden können.

Als Ansprechpartner für dieses Projekt steht Ihnen  Mariele Hagen zur Verfügung.
Publikationen
Im Rahmen dieses Forschungsgebietes sind u.a. folgende Veröffentlichungen erschienen:
  • Mariele Hagen, Volker Gruhn: Towards flexible Software Processes by using Process Patterns. 8th IASTED International Conference on Software Engineering and Applications (SEA2004), Cambridge, USA, 08.11.2004-11.11.2004

  • Hagen, M., Gruhn, V.: Process Patterns - a Means to Describe Processes in a Flexible Way. 5th International Workshop on Software Process Simulation and Modeling (ProSim 2004), Edinburgh, United Kingdom, 24.05.2004 - 25.05.2004

  • Hagen M., Gruhn, V.: PROPEL - eine Beschreibungssprache für Process Patterns. Modellierung 2004 (MOD2004), Marburg, Deutschland, 24.03.2004 - 26.03.2004

  • Schröder, J.: Die Process Pattern Workbench, Diplomarbeit, Universität Dortmund, 2003

  • Dittmann, T., Gruhn, V., Hagen, M.: Improved Support for the definition and usage of process patterns. 1st Workshop on Process Patterns, OOPSLA 2002, Seattle, 2002

  • Dittmann, T.: PPDL - A Description Language for Process Patterns, Diplomarbeit, Universität Dortmund, 2002

  • Hagen, M.: Support for the definition and usage of process patterns. Position Paper, EuroPloP 2002, http://www.haase-consulting.com/workshops/FgEuroplop02/position_papers.html

  • Luckmann, A.: Das adesso-Prozessmodell – Untestützung von flexiblen Softwareprozessen, Diplomarbeit, Universität Dortmund, 2001

Veröffentlichungen auch zu anderen Themen finden Sie hier.