Über LPZ E-BUSINESS
Lehre
Lehrveranstaltungen
Übungen
Klausuren
Praktika
Abschlussarbeiten
DuD-Seminar
Studiengang-Wegweiser
Forschung
Projekte
Veröffentlichungen
Veranstaltungen
Kontakt
Presse
Interner Bereich
 
Agile MDA
IT-Radar
Mobile Technology Lab
Distinguished Lectures
Series
Seminar (WS 2008/2009)
Evolutionär adaptiertes Verhalten und Management
Eine philosophische und biologische Betrachtung


(Modul "Forschung und Trends der SWT und des SW-Projektmanagements")

Dozent: Prof. Dr. Gottfried Koch

Unser heutiges Verhalten wird weit unter unserer persönlichen Wahrnehmungsgrenze zu einem grossen Teil durch unsere Jahrmillionen alte evolutionäre Geschichte gesteuert. Der erstmals von Charles Darwin (1859) beschriebene Mechanismus der natürlichen Selektion beurteilt unterschiedliche Verhaltensstrategien nach ihrem jeweiligen Anpassungswert in der gegebenen Umwelt: Ist der Träger des Merkmals, also dasjenige Individuum, das eine bestimmte Verhaltensstrategie verfolgt, erfolgreicher im Überleben und der Fortpflanzung als seine kontemporären Artgenossen, so wird sich diese Verhaltensstrategie in der Population langfristig durchsetzen. Verhaltensweisen, die wir heute sehen, waren in der Vergangenheit entweder selektionsneutral oder von höherem Überlebenswert als ihre Alternativen.

Obwohl die Evolutionsbiologie den Begriff Strategie benutzt, ist damit nicht impliziert, dass die Entscheidungen und die ihnen zugrunde liegende Logik dem Individuum immer bewusst sind. Ganz im Gegenteil! Einige unserer irrationalsten Entscheidungen im Alltag beruhen auf alten evolvierten Verhaltensstrategien, was nur deren Macht unterstreicht.

In diesem Seminar wollen wir uns folgenden Fragen stellen:
  • Welche grundlegenden Muster von Verhaltensweisen lassen sich aus einer evolutionistischen Verhaltensanalyse ableiten?
  • Welche Rahmenbedingungen beeinflussen Verhaltensvarianten?
  • Welche praktischen Implikationen lassen sich erkennen, dh. wie können evolutionär adaptierte Verhaltensmuster effizient genutzt und ineffiziente Verhaltensweisen vermieden werden?
Dieses Seminar wird unterstützt von den Leipziger Versicherungsforen, Gesellschaft für angewandte Versicherungswissenschaft mbH.
Themen
  • Erkenntnistheorie
    • "Die Welt", so erklärt der weise Goldfisch-Professor seinen Studierenden, "ist ein grosser Glaskasten, gefüllt mit Wasser" - Die Erkenntnistheorie des Friedrich Nietzsche
    • Wir tun nicht was wir wollen, wir wollen was wir tun - Was Arthur Schopenhauer und Benjamin Libet verbindet
    • Lineare Denkarchitekturen in einer Nicht-Linearen Umwelt - Die Erkenntnisse des Wolf Singer
    • Unbewusstes, Vorbewusstes, Bewusstes - Wer steuert denn nun unser Verhalten?
  • Ethik und Evolution
    • Die Moralphilosophie des Immanuel Kant und das egoistische Gen - Keine Moral in der Evolution?
    • "Survival of the fittest" - Also doch Neoliberalismus als Ordnungsinstrument innerhalb sozialer Gruppen?
  • Proximater Verhaltensanalysen
    • Statistische (Ariely 2008), psychologisch-soziologisch (Göbel et al 2007) und verhaltensökonomische Verhaltensanalysen (Cramer et al 2003)
  • Ultimate Verhaltensanalyse
    • Alleine oder Gemeinsam? - Die Erkenntnisse der Verhaltensbiologie und der "Einsamkeitsforschung"
    • Soziale Intelligenz und Gruppengröße - Robin Dunbar's social brain hypothesis
    • Machiavellistische Intelligenz Hypothese - Grundlagen, Erscheinungsbild und Persönlichkeitsmerkmale
    • Reziproker Altruismus (Kooperation) - Ein effizientes Konkurrenzmodell?
    • Über Risiken und Nebenwirkungen des reziproken Altruismus
  • Neurobiologische Aspekte und ihre Auswirkungen auf das Verhalten
    • The Theory of mind und seine neurobiologischen Grundlagen (mirrow neurons)
    • Mister Spock und das Modell der anterioren Asymentrie - The system of approach und withdrawal
  • Vertrauen als Basis effizienter Zusammenarbeit
    • Biedermann und die Brandstifter oder ist Kontrolle doch besser als Vertrauen?

Alle Themen sind inhaltlich im Kontext der Seminarthematik, also im Hinblick auf verhaltensorientiertes Management interdisziplinär zu bearbeiten und nicht etwa losgelöst als "reine" biologische, philosophische oder psychologische Hausarbeit.
Organisatorisches, Termine, Veranstaltungen
Themenvergaben

Jedes Thema wird nur einmal vergeben, dh. pro Thema ein einziger AutorIn. Die Themen können ab 1. Oktober, 9.00 Uhr persönlich bei Frau Katja Liedtke oder Frau Cindy Reuter (Versicherungsforen Leipzig, Käthe-Kollwitz-Straße 9) belegt werden.

1. Einführungsveranstaltung

15. Oktober 2008, 8.30 bis 15.00 Uhr
  • Inhaltlicher Überblick
  • Vorstellung der Themen
  • Information über die Anforderungen an wissenschaftliche Hausarbeiten
  • Themenvergabe

2. Inhaltliche Vertiefung I

4. November, 8.30 bis 15.00 Uhr
5. November, 8.30 bis 12.30 Uhr

Von den jeweiligen Bearbeitern des Themas durchzuführen; je ca. 30 Minuten:
  • Erste grobe Einführung in die Thematik der einzelnen Hausarbeiten
  • Vorstellung der Forschungsfragen
  • Inhaltliche Diskussion seitens der Teilnehmer
Die Dauer ist von der Anzahl der Teilnehmer abhängig und wird rechtzeitig bekannt gegeben.

3. Inhaltliche Vertiefung II

25. November 8.30 bis 15.00 Uhr
26. November 8.30 bis 12.30 Uhr

Von den jeweiligen Bearbeitern des Themas durchzuführen; je ca. 30 Minuten:
  • Vertiefte Darstellung der Thematik der einzelnen Hausarbeiten
  • Vorstellung der Gliederung
  • Inhaltliche Diskussion seitens der Teilnehmer
Die Dauer ist von der Anzahl der Teilnehmer abhängig und wird rechtzeitig bekannt gegeben.

4. Vorstellung der Hausarbeiten an Hand eines Referates

20. Januar 2009, 8.30 bis 17.00 Uhr
21. Januar 2009, 8.30 bis 17.00 Uhr
  • Inhaltliche Präsentation der Hausarbeit an Hand eines Referates
  • Diskussion im Plenum
Die Dauer ist von der Anzahl der Teilnehmer sowie von der Veranstaltungsart abhängig und wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Alle Veranstaltungen finden in den Räumen der Leipziger Versicherungsforen GmbH statt. Möglicherweise werden zur Schlussveranstaltung (abhängig vom zu erwartenden Niveau der Hausarbeiten und Referate) auch Führungspersönlichkeiten aus der Praxis eingeladen. In diesem Fall wird diese Veranstaltung an einen anderen Ort verlegt. Für die Studierenden entstehen dabei für Fahrt, Übernachtung und Verpflegung keine Kosten, jedoch einen anderer Zeitbedarf.

Die Teilnehmerzahl ist auf 15 StudentenInnen begrenzt.
Anforderungen
Die vollständige Teilnahme an allen 4 Veranstaltungen ist Voraussetzung für eine Teilnahmebescheinigung. Eine Nicht-Teilnahme an einer Veranstaltung bedeutet eine nicht ausreichende Leistung und führt damit zum Verlust der Testatsfähigkeit für das gesamte Seminar. Eine teilweise oder unvollständige Nicht-Teilnahme an der Einführungsveranstaltung führt zum "Verlust" des Themas, d.h. zu diesem Zeitpunkt ist u.U. noch ein "nachrücken" vorher nicht berücksichtigter Teilnehmer möglich. Teilnehmer auf einer "Warteliste" sollten daher zur Einführungsveranstaltung ebenfalls anwesend sein.

Die Forschungsfragen und erste inhaltliche Vertiefung sind an Hand von 5 Folien vorzustellen und zu begründen. Abgabetermin: 3. November

Die Gliederung und vertiefte Darstellung der Thematik ist an Hand von 7 Folien vorzustellen und zu begründen. Abgabetermin: 24. November

Die Hausarbeit dient als Vorbereitung, quasi "warm Laufen" zur später folgenden Diplomarbeit. Deshalb muss auch sie qualitativ den Anforderung wissenschaftlichen Arbeitens genügen (d.h. ausreichende Literaturarbeit, klare und verständliche Strukturierung, formal richtiges zitieren etc.) sowie inhaltlich die Thematik umfassend und kritisch aufarbeiten. Quantitativ soll die Arbeit zwischen 12 und 15 Seiten umfassen. Das Referat soll an Hand von 10 Folien (nicht animiert) die Inhalte der Hausarbeit darstellen. Zu jedem Thema wird einführende Literatur bekannt gegeben. Es wird erwartet, dass jede/jeder TeilnehmerIn darüber hinaus selbständig eine ausreichende Literaturarbeit sowohl im Web als auch innerhalb adäquater Printmedien betreibt. Abgabetermin für die Hausarbeit und die Referatsfolien: 12. Januar 2009