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Kooperationsprojekte 2002/03
Die folgenden Kooperationsprojekte mit den Partnern der Professur fanden im Jahr 2002/03 statt. Die Berichte sind dem  Jahresbericht 2002/03 entnommen. Weitere Jahrgänge finden Sie im Archiv.

Mobile Spedition im Web (SpiW) BMBF-Projekt, Laufzeit 2001-2004

In der Speditionswirtschaft wird das Geschäft für Spediteure immer anspruchsvoller. Ein funktionierender Güterverkehr, durch den Transporte schnell, sicher, zuverlässig und kostengünstig abgewickelt werden können, ist ein wichtiger Wettbewerbsvorteil für den Standort Deutschland. Der Verdrängungswettbewerb, der insbesondere durch ausländische Spediteure hervorgerufen wird (da diese sich nicht in jeder Hinsicht an den hiesigen Sozial-, Sicherheits- und Umweltstandards orientieren müssen), benachteiligt deutsche Spediteure.

Um einen Wettbewerbsvorsprung zu erzielen, muss die Kommunikation zwischen Spediteuren, Disponenten, Fahrern und Kunden verbessert werden, um so eine umfassendere Integration von Dienstleistungen und Geschäftsprozessen zu erzielen. Der Einsatz eines Kommunikationssystems als Ergänzung zu existierenden Speditionssoftwaresystemen hat jedoch Auswirkungen auf die Arbeits- und Logistikprozesse der beteiligten Akteure. Durch das Kommunikationssystem werden neue Techniken sowohl für die Datenübertragung (GSM, GPRS, HSCSD, UMTS) als auch für die Integration mit existierenden Speditionssoftwaresystemen (CORBA, XML, SOAP) verwendet.

Das Verbundprojekt „Mobile Spedition im Web“ (SpiW) ist ein Forschungsvorhaben auf dem Gebiet „Arbeit im e-Business” und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Das Ziel von Forschungsvorhaben in diesem Gebiet ist es, die Auswirkungen des elektronischen Geschäftsverkehrs (e-Commerce und e-Business) auf Arbeits- und Unternehmensorganisationen zu erforschen. Die Ergebnisse der Forschung sollen dazu führen, konkrete Arbeitsprozesse zu verbessern und damit letztendlich auch einer Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen zu dienen. Das Projekt endet im April 2004.

Governmental Methodology for Software Providence (Lyee)

Lyee ist ein neuer Software-Entwicklungsansatz, der von Fumio Negoro (Japan) mit dem Ziel entwickelt wurde, den Bruch zwischen Anforderungsanalyse und Entwicklung zu vermindern. Dies geschieht, indem die Software in anforderungsnahen Scenario Functions definiert wird, aus denen sich mit wenig manueller Arbeit ausführbarer Code generieren lässt. Besonders geeignet ist dieser Ansatz für einfache Informationssysteme, welche mit Hilfe des Lyee-Ansatzes in hoher Produktivität entwickelt werden können. In Leipzig werden die Software-Prozesse analysiert, dokumentiert sowie verschiedene Lösungsansätze zur Software-Prozess-Verbesserung entwickelt. Ein Schwerpunkt dieser Prozessverbesserungen ist die Entwicklung von Konfigurationsmanagement-Ansätzen für Lyee.

Allianz Versicherungs-AG

Für die Allianz Versicherungs-AG wurden Konzepte zur Speicherung und Auswertung von Logdaten entwickelt, die bei der Arbeit mit dem Außendienstsystem AMIS anfallen. Dazu wurden zunächst geeignete Datenstrukturen definiert, die eine effiziente Speicherung und Auswertung der zu erwartenden großen Datenvolumina auf einem zentralen Server ermöglichen. Im Anschluss wurden Loganalyse-Algorithmen für fachlich und ergonomisch relevante Informationen (z.B. Nutzungsschwerpunkte, Usability-Probleme etc.) erarbeitet und Strategien zur Identifikation und Interpretation ungewöhnlicher Interaktionsmuster vorgeschlagen.

Hannover Rück

e-Business-Anwendungen für die fakultative Rückversicherung stellen eine besondere Herausforderung dar. Einerseits sind die Prozesse, die es abzubilden gilt, fachlich komplex und sehr spezifisch. Andererseits verlangt ein relativ niedriges Prämienvolumen in diesem Bereich der Rückversicherung eine kostenbewusste Vorgehensweise bei der Konzeption und Entwicklung von IT-Lösungen. Der Lehrstuhl für Angewandte Telematik / e-Business konnte 2003 eine Kooperation mit der Hannover Rückversicherung AG eingehen. Bei einem ersten Offshore-Projekt zur Entwicklung eines Underwriting-Tools für Berufsunfähigkeitsversicherungen für Profisportler kooperierten die Hannover Rückversicherung AG, die Universität Leipzig und die indische Firma Planetasia miteinander. Der Lehrstuhl hat in diesem Projekt die Prozessmodellierung, das Erstellen des fachlichen Anforderungsdokuments und die prototypische Realisierung der Benutzungsoberfläche sowie die qualitätssichernde Begutachtung der von Planetasia erstellten Spezifikation übernommen. Diese Arbeiten konnten erfolgreich und zur Zufriedenheit aller Beteiligten zum Abschluss gebracht werden, so dass für ein Folgeprojekt bereits die Verträge abgeschlossen werden konnten.

General Cologne Re

Wissenstransfer und angewandte Forschung schließen auch eher klassisches Beratungsgeschäft nicht aus. Kompetenz im Bereich Softwareprozesse war gefragt, als der Lehrstuhl für die Kölner Rück aktiv wurde. In der Abteilung Underwriting Services stellten sich historisch gewachsene Underwriting-Werkzeuge als Problemkandidaten in einer Integrationssituation heraus. Eine Analyse der vorhandenen Software und der bei ihrer Erstellung angewandten Softwareprozesse ermöglichte es, in kurzer Zeit die brennendsten Probleme zu identifizieren und verschiedene Lösungsszenarien (u.a. Reengineering, Neuentwicklung) zu skizzieren. Basierend auf diesen konnte dann eine Studie konzipiert werden, die eine Abschätzung der Realisierungsaufwände und Auslotung der technischen Machbarkeiten der unterschiedlichen Szenarien zum Ziel hatte. Erfreulich ist, dass die Kölner Rück die vorgeschlagene und konzipierte Studie im Anschluss an die Beratung beauftragt hat.

Deutsche Bank

Mobile Business wird mehr und mehr zum Thema für Industrie und Dienstleister. Nach den Erfolgen und Misserfolgen im Bereich e-Business müssen der Markt, die Chancen und die Risiken für mobile Geschäftsanwendungen genau untersucht werden, um dann fundierte Investitionsentscheidungen zu treffen. Dies ist der Hintergrund einer Studie, die für die Deutsche Bank AG durchgeführt wurde. Hierbei standen insbesondere Chancen und Risiken mobilitätsunterstützender Techniken für den Vertrieb im Vordergrund. Als Fazit wurden die Erfolgsfaktoren für den Einsatz solcher Techniken herausgearbeitet.

Institut für Versicherungswissenschaften

Im September 2003 initiierten die Versicherungsforen Leipzig in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Angewandte Telematik / e-Business ein gemeinsames Forschungsvorhaben mit zahlreichen Partnern aus der Versicherungswirtschaft. Das Forschungsvorhaben verfolgt das Ziel, ein praxisorientiertes Instrument zu schaffen, mit dessen Hilfe ein Vergleich der IT-Anwendungslandschaft eines Versicherers mit der ganzen Branche möglich wird. Die Entwicklung dieses Instruments erfolgt unter Berücksichtigung der besonderen Rahmenbedingungen sowie der speziellen Prozesse eines Versicherungsunternehmens. Ziel des Projektes ist die Schaffung der Möglichkeit, sowohl die Effizienz als auch die Effektivität des IT-Einsatzes aus Sicht eines Versicherers einerseits im Vergleich zum Durchschnitt der beteiligten Versicherungsunternehmen, andererseits im Vergleich zum „Best Performer“ einschätzen zu können.
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