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Dialog Control Project
Entwicklung eines Frameworks zur Dialogsteuerung in Web-Anwendungen

Viele prozess-intensive Informationssysteme werden heute als Web-Anwendungen realisiert. Verschiedene technische und prinzipielle Einschränkungen des World Wide Web führen jedoch dazu, dass die Steuerung des Dialogablaufs für den Entwickler wie für den Benutzer oft nur in unbefriedigender Weise möglich ist.
Die Professur für Angewandte Telematik/e-Business der Universität Leipzig und die itCampus GmbH haben im abgeschlossenen Kooperationsprojekt daher mit einem grafischen Editor und einem Laufzeit-Framework zwei Werkzeuge entwickelt, die Entwicklern die effiziente Spezifikation und Steuerung komplexer Dialogflüsse in Web-Anwendungen ermöglichen und Benutzern so eine gesteigerte Usability bieten. Die beiden Werkzeuge zeichnen sich durch folgende Features aus:
  • Editor und Framework erlauben die Spezifikation und Steuerung modularer Dialogflüsse, um eine einfache Wiederverwendung häufig verwendeter Interaktionsmuster zu ermöglichen. Die Dialogmodule sind in beliebiger Tiefe (ggf. rekursiv) verschachtelbar, um auch komplexe Geschäftsprozesse abzubilden.
  • Der Editor erlaubt die Spezifikation von Dialogfluss-Varianten für verschiedene Endgeräte. Durch Nutzung von Vererbungsbeziehungen können auch im Wesentlichen ähnliche Dialogvarianten, die nur punktuell an bestimmte Endgeräte anzupassen sind, effizient und ohne große Redundanz spezifiziert werden.
  • Editor und Framework erlauben die Spezifikation und Steuerung von Datenflüssen zwischen Präsentations- und Anwendungslogik, die deutlich feingranularer und damit sicherer und speichereffizienter sind als die mit den WWW-Basistechnologien realisierbaren Datenflüsse.
  • Das Framework ist mit einem Mechanismus ausgestattet, der sicherstellt, dass auch bei unvorhersehbaren Benutzeraktionen wie Nutzung der Back-/Forward-/Reload-Buttons die Synchronität des Dialogzustands sowie die Konsistenz der Daten auf Client und Server gewahrt bleibt.

Beide Werkzeuge wurden im Rahmen des geplanten Zeit- und Budgetrahmens entwickelt und sind in der Kombination ihrer Features anderen Ansätzen aus Forschung und Praxis voraus. Nach Abschluss des Kooperationsprojekts ist nun die Integration mit zwei weiteren Frameworks für automatisierte gerätespezifische Dialoggestaltung sowie automatisierte plattformunabhängige Regressionstests geplant.
Projektprofil
Das Projekt ist ein Forschungs- und Entwicklungs-Verbundprojekt von LPZ e-Business und itCampus, das im Rahmen der Technologieförderung mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) 2000-2006 und mit Mitteln des Freistaats Sachsen gefördert wurde.
Publikationen
  • Blom, S., Book, M., Gruhn, V., Laue, R.: Switch or Struggle: Risk Assessment for Late Integration of COTS Components. Proc. 2nd Intl. Workshop on Incorporating COTS Software into Software Systems (IWICSS 2007), in conjunction with the 29th Intl. Conference on Software Engineering (ICSE 2007), May 22, 2007, Minneapolis, MN, USA. IEEE Computer Society, Los Alamitos 2007, 6 p.